Eltern - Kinder

Neue EU-Richtlinie macht Kinderspielzeug sicherer

© Dream-Emotion - Fotolia.comKleinen Kindern eine große Freude zu machen - das ist nur eine der vielen schönen Aufgaben von Spielzeug. Doch die Eltern, die dieser Freudenspender habhaft werden wollen, um die Augen ihrer Kids zu Strahlen zu bringen, staunen meist nicht schlecht, wenn sie auf die Preisschilder an den Nachwuchsbespaßungsartikeln schauen. Vor allem dann, wenn im Regal neben dran ein äußerlich vergleichbar scheinendes Produkt zu einem Bruchteil des Preises liegt. Wo ist da denn wohl der Unterschied? Zumeist sind es die Billiglohn-Standorte der Produktionsstätten sowie die dort verwendeten minderwertigen Rohstoffe, die später an der Ladenkasse den gar nicht mal so kleinen Unterschied machen. Leider kann das elterliche Kostenbewusstsein an dieser Stelle zu kindlichen Gesundheitsgefährdungen führen, wie die Vergangenheit mit ihren (meist chinesisch verwurzelten) Spielzeugskandalen immer wieder gezeigt hat. Warum das so ist, und was die Europäische Union ab sofort dagegen zu tun gedenkt, soll hier kurz dargestellt werden.

Wann wird Spielzeug für Kinder gefährlich?

Kinder, vor allem die ganz kleinen, nehmen grundsätzlich alles in den Mund. Wenn sich jetzt giftige Substanzen im verarbeiteten Kunststoff oder im Holzlack befinden, können diese, gelöst vom Speichel, direkt über die kindliche Mundschleimhaut in den Organismus eindringen, und dort entweder zu sofortigen Auswirkungen oder zu Entwicklungsstörungen führen, die erst später sichtbar werden.

Eine weitere Gefahr sind am Spielzeug befindliche Kleinteile in "mundgerechten" Abmessungen. Hält das minderwertige Spielzeug den kindlichen Lutsch- und Kauangriffen nicht stand und setzt in der Folge solche Kleinteile frei, dann können sich die Kinder daran verschlucken. Im schlimmsten aller Fälle finden diese Fremdkörper sogar den Weg in die Luftröhre und sperren hier gnadenlos zu. Mit tödlicher Sicherheit.
Weitere Gefahrenstellen an schlechtem Spielzeug sind:

- Scharfe Kanten, an denen sich die Kinder schneiden könnten,
- ungesicherte Scharniere, an denen sich kleine Finger schnell einklemmen oder quetschen würden sowie
- leicht brechbare Materialien, die scharfe Kanten oder verschluckbare Kleinteile entstehen lassen könnten.

Was will die EU jetzt dagegen unternehmen?

In der Hoffnung, dass neue gesetzlich festgelegte Vorschriften den gefährlichen Ramsch aus den Regalen der Spielzeuggeschäfte fegen, hat Deutschland eine neue EU-Richtlinie in Kraft gesetzt. Diese beinhaltet deutlich strengere Aussagen (und Verbote) zu jenen Chemikalien, die bei der Produktion von Spielzeug eingesetzt werden dürfen. Besonders jene giftigen Substanzen sind dabei in den Fokus getreten, die als kanzerogen (Krebs auslösend) gelten, oder die sich schädigend auf die Gene auswirken könnten. Zu den Verdächtigen gehören hierbei unter anderem Blei, Quecksilber oder Nickel.

© Dream-Emotion - Fotolia.comWoran können Eltern die Einhaltung dieser Richtlinien erkennen?
Die EU-Richtlinie fordert, dass sich Quecksilber & Co. überhaupt nicht mehr in Spielsachen vorfinden lassen dürfen. Nickel wird als Rohstoff zwar noch toleriert; allerdings in deutlich abgesenkten Grenzen. Jedenfalls dürfen sich diese Giftstoffe nicht in jenen Bauteilen befinden, mit denen die Kinder beim Spielen in Kontakt kommen können. Ob das wirklich so ist - darauf wird man sich wahlweise vertrauensvoll verlassen müssen, oder aber dem Spielzeughersteller eine schriftliche Garantie abverlangen. Und sollten sich an dem Spielzeug leicht verschluckbare Kleinteile befinden, so muss auf diesen Umstand mit aller optischen Deutlichkeit und Eindrücklichkeit warnend hingewiesen werden.



Fazit

Bei einer nachgewiesenen Zuwiderhandlung gegen diese Vorschriften greift ab sofort das Gesetz. Ob das allerdings die Chinesen mit ihren Billigproduktionen anficht, darf mit Recht angezweifelt werden. Darum sollte man, zum Wohl der Kinder, bei Bedarf nur jene Sparmöglichkeiten bei Spielzeug nutzen, die nahezu ohne Risiko sind:

- Mieten beim seriösen Spielzeugvermieter (z.B. ): Was man hier bekommt, ist durchweg geprüfte Qualität.
- Tauschen im Rahmen persönlicher Kontakte unter Eltern: Hier wechselt nur einsatzerprobtes Spielzeug den befreundeten Besitzer.
- Stöbern auf Kinderbasaren und Wohltätigkeits-Kinderflohmärkten: Da kann das angebotene Second-Hand-Spielzeug eigenhändig auf Herz und Nieren geprüft werden.